Bautipps & Ideen
LEGO® Therapie: Ein Vater erzählt über das LEGO Bauen mit der Familie
Ich heiße Jeremy. Ich bin Grafikdesigner und nebenbei Teilzeit-Puppenspieler. Meine Frau Brenna und ich haben zwei Söhne im Alter von 8 und 9 Jahren.

Ich bin zusammen mit meinem Bruder in den 80er Jahren mit dem Klassiker LEGO Burg aufgewachsen und wusste, dass meine Kinder auch einmal mit diesem perfekten Lernspielzeug spielen würden.

Zu unserer großen Freude lieben unsere zwei Jungs LEGO sogar noch mehr als ich damals! Mit LEGO lässt sich super Spielen und auch für den Hausunterricht ist es ideal geeignet. Man kann im Mathematikunterricht die Knöpfe der Steine zählen und die Knöpfeanzahl der Länge und Breite miteinander multiplizieren, man kann Geschichte unterrichten und historische Ereignisse nachbauen. Im Physikunterricht kann man Konstruktionen entwerfen und ihre Stabilität testen. Für uns ist LEGO das beste Lernspielzeug überhaupt und es ist ein wahrer Segen für jede Familie, die ihre Kinder zu Hause unterrichtet.

Unsere Kinder bringen ihre Bauwerke ins Wohnzimmer, um sie stolz zu präsentieren. So ist praktisch die ganze Familie am kreativen Prozess beteiligt, denn abgesehen von einem „Das sieht wirklich cool aus!“ geben wir den Jungs auch immer Ratschläge wie „Hey, versuche doch mal dieses Teil dort anzubauen…“. Dann bekommen sie ganz große Augen und rennen voller Begeisterung zurück in ihr Zimmer, um ihre Modelle zu verbessern. Es macht uns auch irre viel Spaß, neu gekaufte Sets gemeinsam im Wohnzimmer zusammenzubauen.

Letzten Sommer war ich sehr krank, das hat alles zu Hause etwas durcheinander gebracht. Ich musste die meiste Zeit im Bett verbringen und es sah so aus, als würde ich für mindestens sechs Monate „außer Gefecht gesetzt“ sein. Es fiel mir schwer, überhaupt etwas zu arbeiten und an Auftritte mit meinen Puppen war gar nicht zu denken.

Mein Freund Dan ist zusammen mit seiner Tochter was Eigenkreationen angeht ein wahres LEGO Genie. Auch ich wollte mit meinen Jungs schon seit langem ein richtig großes Projekt beginnen, aber die Arbeit und die Verpflichtungen im Haushalt ließen keine Zeit für so etwas. Doch da lag ich nun und war die meiste Zeit des Tages an die Couch oder das Bett gefesselt. Schließlich zeigten meine Jungs mir ihr LEGO Magazin mit einem Bauwettbewerb für ein Marsfahrzeug.

Da hat es in meinem Kopf natürlich gleich gerattert! Der Gedanke daran, etwas Kreatives zu schaffen und ENDLICH das lang verschobene LEGO Projekt zu starten, gab mir einen wahren Energieschub! Der Grafikdesigner in mir erwachte wieder und ich sagte den Jungs, sie sollten Papier und Stift holen. „Okay“, meinte ich, „fangen wir an Ideen zu suchen!“

Nachdem wir jede Menge Skizzen gezeichnet hatten, besprachen wir jede einzelne, um zu entscheiden, welche sich als Modell für den Wettbewerb eignen würde, ob sie zu kompliziert oder vielleicht nicht „marsianisch“ genug waren, welche Funktionen die Fahrzeuge haben sollten usw. Als nächstes versuchten wir, alle unsere Ideen zu verbessern. Die Kinder waren von Anfang an voll dabei, so kamen wir auf ein paar wirklich witzige Ansätze. Am Ende hatten wir drei Skizzen ausgewählt. Jeder nahm sich eine vor und half auch den anderen bei ihren Bauwerken.

Mittlerweile „teile“ ich mein Büro mit unserer LEGO Sammlung. Manchmal ist das ein bisschen schwierig – alle Eltern wissen wahrscheinlich, wie wundervoll es sich anfühlt, barfuß auf einen LEGO Stein zu treten! Doch das nehme ich gerne in Kauf, denn die Steine leisten mir während meiner Arbeit am Computer immer Gesellschaft und sorgen für ein bisschen frische Energie im Raum. Nachdem wir die Skizzen gezeichnet hatten, setzten wir uns am nächsten Tag alle auf den Boden im Büro und machten uns bereit für das große Bauen.

Ich habe früher Bildhauerei betrieben und alle unsere Puppen selber entworfen. Aber eigene Kreationen mit LEGO Steinen sind eine ganz andere Herausforderung! Und was für eine, denn es müssen ja produktives Teamwork, Physik, Farbschemen, das Zählen der Steine und der 3D-Entwurf zusammengebracht werden. Wir haben dabei außerdem gelernt, dass es nicht schlimm ist, einmal nicht genau das passende Teil zu haben. Es erfordert dann nur etwas mehr Kreativität, um eine andere Lösung zu finden (für mich war es außerdem eine gute Übung in Sachen Versöhnung stiften, nachdem einer meiner Söhne bemerkt hatte, dass wir das passende Teil doch gehabt hätten, sein Bruder es aber schon in seinem Modell verbaut hatte!).

Schon nach ein paar Tagen hatten wir unsere drei Modelle fertig gebaut. Dabei fiel mir etwas auf: Ich hatte während des Bauens völlig vergessen, wie krank ich mich in den letzten Wochen gefühlt hatte. Ich konnte eine neue Energie spüren und es fühlte sich toll an!

Mit dieser neu geschöpften Kraft baute ich mit einem Stuhl, einem Stück Stoff und einem Stativ ein kleines Fotostudio auf und zeigte meinen Kindern, wie man ein einfaches Fotoshooting durchführt. Die Bilder druckten wir aus und schickten sie schließlich zusammen mit den Texten für den Wettbewerb (zusätzlich eine kleine Tippübung für die Jungs) an LEGO. Wir beschlossen, dass wir, falls eine unserer Kreationen gewinnt, ALLE als Team gewinnen.

Einige Wochen später (meine Genesung war dank des „Kreativitätsschubs“ schon sehr weit fortgeschritten) erhielten wir einen Brief mit dem LEGO Logo. Wir waren unter den Gewinnern! Im Januar bekamen wir dann das LEGO Magazin, in dem unser Foto abgedruckt war!

2007 war ein schweres Jahr für unsere Familie. Aber der Wettbewerb und alles, was wir dadurch lernen konnten sowie die positive Auswirkung auf meine Gesundheit waren sehr wichtige und erfreuliche Höhepunkte!

Ihr seht also: Die LEGO Therapie funktioniert!

LEGO logo

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