Der weltberühmte Animations- und „Mecha“-Designer Shoji Kawamori baut mithilfe von LEGO Steinen funktionstüchtige Prototypen von atemberaubenden Robotern und wurde deshalb in die LEGO Zentrale nach Billund in Dänemark eingeladen. In Japan, wo er eine wahre „Designer-Legende“ ist, steht ihm ein Team von Designern zur Seite und arbeitet daran, seine Kreationen in Spielzeug und Animationsmodelle umzusetzen.
So baut Shoji Kawamori zunächst vielleicht einen Düsenjet aus LEGO Steinen. Doch es ist kein gewöhnliches Flugzeug: es ist ein Modell, das dank eingebauter LEGO Gelenke und Scharniere bewegliche Teile hat und sich in etwas anderes verwandeln kann! Und so wird nach nur wenigen Handgriffen und „Klick“-Geräuschen aus dem Flugzeug ein gefechtsbereiter Roboter.
„Vor ungefähr 15 Jahren kam ich auf die Idee, anstelle von Papier für meine Prototypen LEGO Steine zu verwenden“, erzählt Shoji Kawamori. „Mit den Papiermodellen war alles ziemlich zeitaufwändig, denn man benötigt für jeden einzelnen Schritt des Umwandlungsprozesses ein eigenes Modell.“
Heute, an diesem Tag, besteht Shoji Kawamoris Publikum aus erfahrenen LEGO Modelldesignern, die seinen Ausführungen aufmerksam zuhören und begeistert applaudieren, als er seinen Designprozess demonstriert. Und auch Shoji Kawamori freut sich sehr, denn ein Besuch in Dänemark war schon lange sein Traum.
Shoji Kawamori ist gerne unterwegs und lässt sich während seiner Reisen auch gerne inspirieren. „Heute Morgen bin ich hier in Dänemark im Grünen spazieren gegangen und habe viel gesehen, was mich inspiriert hat“, sagt er lächelnd. Er hat über 500 Fotos geschossen – hauptsächlich von Käfern und anderen Krabbeltieren. Später dienen ihm diese Bilder vielleicht als Vorlage für einen insektenartigen Roboter, der er dann aus LEGO Steinen baut.
Als ihm zum ersten Mal die Idee kam, seine Designs als 3D-Modelle mit LEGO Steinen zu bauen, verwendete er seine eigene LEGO Sammlung. Doch schon bald stellte er fest, dass er nicht annähernd genug Steine besaß. Ein Vertrag mit LEGO Japan sorgte schließlich für Abhilfe und führte unter anderem dazu, dass der Designer auch an der Entwicklung der LEGO EXO FORCE Kombi-Modelle mitwirkte, die für erfahrene Baumeister konzipiert waren und in Japan im Jahr 2006 veröffentlicht wurden.
Die Zuhörer „bombardieren“ Shoji Kawamori mit ihren Fragen, und er erklärt, inwiefern die Story Einfluss auf seine Designs hat:
„Wenn ich einen Piloten habe, der in einem Flugzeug sitzt, dann denke ich sofort daran, wer er ist oder für welche Sache er wohl kämpft. Das wird dann der Dreh- und Angelpunkt für meinen Designentwurf.“
Doch natürlich gibt es bei einem Entwurf noch anderes zu Bedenken. „Wenn ich an einer Idee arbeite, ist es sehr wichtig, dass alles Wesentliche über das Design kommuniziert wird“, erklärt er den Zuhörern. „Doch die größte Hürde ist der Preis! Ein Design kann wirklich cool sein, aber wenn es für den Kunden nicht erschwinglich ist, dann heißt es: zurück ans Zeichenbrett!“
Das Publikum lacht, denn dieses Problem kennen auch alle LEGO Designer!
(Vielen Dank an Jesper Lunau für diesen exklusiven LEGO Club Beitrag!)